Opel Zafira Tourer im Fahrbericht: Top-Diesel für Dynamiker

Während andere ihn zum Hoffnungsträger der Marke stilisieren, feiert Opel selbst den Opel Zafira Tourer als Heckträger. Vier Fahrräder schnallt sich der Van auf einen Träger, der aus dem hinteren Stoßfänger klappt. Kostet 1.017 Euro, ist aber sicher ein wichtiges Kaufargument für all diese durchtrainierten, idealgewichtigen Familien, die durch den Tourer-Katalog turnen.
Opel Zafira Tourer 2.0 CDTi - lohnen die 35 Extra-PS?
Was uns das zeigt? Dass es im Fall des Opel Zafira Tourer womöglich nützlichere Möglichkeiten gibt, Geld auszugeben, als 2.000 Euro für den Aufschlag vom 130- zum 165-PS-Diesel zu bezahlen. Wobei die Idee durchaus nachvollziehbar ist. Das liegt am stämmigen Gewicht des Zafira Tourer, dem selbst 130 PS und 300 Nm etwas ratlos gegenüberstehen. Den Brummer bringen sie nur nach heftiger Anfahrschwäche auf - gemächlichen - Trab. Alles nicht dramatisch, dazu ist der 130-PS-CDTi mit Start-Stopp das Triebwerk mit dem niedrigsten Normverbrauch.


 

Großer Diesel überzeugt mit Durchzugskraft
Mit 35 PS und 50 Newtonmeter extra überwindet der Opel Zafira Tourer dagegen seine Antriebsträgheit. Die stärkere Maschine legt nach kurzem Anfahrzögern vehement los, nagelt zwar ebenso kernig wie die schwächeren Versionen des Zweiliters und dreht nicht freudiger. Doch meist genügt es, sich auf die Durchzugskraft zu verlassen, ohne zurückschalten zu müssen. Was auch daran liegt, dass der Motor im höchsten der etwas langwegig schaltbaren sechs Gänge nicht in tiefe Lethargie verfällt, sondern sich wegen der kürzeren Übersetzung etwa nach Autobahnbaustellen locker wieder auf Richttempo hochzieht.
Überhaupt, die Autobahn und die große Reise, beides beherrscht der mit 7,7 L/100 km sparsame Opel Zafira Tourer. Auch wegen seiner ausgewogenen Fahrwerksabstimmung – die optionalen Adaptivdämpfer für 980 Euro kann man sich übrigens sparen. Schon die Normalabstimmung passt als ausgewogener Kompromiss: angemessen komfortabel und ohne den Versuch, durch Härte eine Dynamik vorzuspielen, die beim Opel Zafira Tourer ohnehin keiner braucht.


 

Opel Zafira Tourer mit wenig Platz in der dritten Reihe
Er ist eben eher der Besonnene, beherbergt fünf Passagiere in Raumfülle, hat vorn die besseren Sitze, bietet den Mitfahrern in der zweiten Reihe dafür ein oberklassiges Platzangebot und das gemütliche Lounge-Sitzsystem (295 Euro extra, Serie für Innovation): Im großen Polster-Origami faltet sich der Mittelplatz zur breiten Armlehne. Reihe zwei lässt sich zudem längs verschieben, was auf den Klappsitzen dahinter ein Mindestmaß an Bewegungsfreiheit verschafft. Das mildert die klaustrophobischen Gefühle da hinten kaum, macht kurze Strecken aber erträglich. Für die einfacheren Versionen kosten die zwei Zusatzplätze übrigens 700 Euro.
Noch ein Extra, das sich eher lohnt als der 165-PS-Motor. Der ist was für Leute in Hektik. Alle anderen bestellen lieber den Heck-Trick.

 

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